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Ein Pulsar ist ein extrem dichter Sternrest, der sich schnell dreht. Seine Strahlung erreicht uns als regelmäßiger Takt, oft schwach und von Störungen überlagert. Im Datensatz sieht das nicht aus wie ein blinkender Leuchtturm aus dem Bilderbuch. Eher wie ein Muster, das sich gegen Rauschen behaupten muss.

Ein Pulsar wirkt wie ein blinkendes Licht, weil sein Strahl bei jeder Drehung erneut in unsere Richtung zeigt. Visualisierung: NASA/Goddard Space Flight Center, Public Domain.

Einstein@Home lässt viele Rechner nach solchen Takten suchen. Jeder Rechner probiert einen kleinen Satz möglicher Drehgeschwindigkeiten, Frequenzänderungen und Bahnparameter aus. Zusammen entsteht eine breite Suche, die ein einzelner Computer nur sehr langsam schaffen würde.

Von der Spur zum Fund

Ein passendes Muster ist zunächst eine Spur. Es kann zufällig entstehen oder von einer Störung kommen. Interessante Treffer werden deshalb zentral geprüft, mit strengeren Verfahren untersucht und mit weiteren Beobachtungen verglichen.

Bei PSR J2007+2722 führte dieser Weg zu einer echten Entdeckung. Einstein@Home fand das Signal in älteren Arecibo-Daten. Spätere Beobachtungen bestätigten den Pulsar und bestimmten seine Eigenschaften genauer.

Die Leistung der Freiwilligen liegt in der Breite. Ihre Rechner durchsuchen einen großen Raum möglicher Signale. Das Teleskop liefert die Daten. Die Forschungsgruppe prüft, welche Spuren weiterverfolgt werden. Erst diese Kette macht aus einem Rechentreffer eine astronomische Entdeckung.

Warum Pulsarsuchen gut zu BOINC passen

Pulsarsuchen sind rechenintensiv, weil viele mögliche Kombinationen getestet werden müssen. Ein Signal kann schwach sein. Es kann durch die Bewegung des Sterns verändert werden. Es kann in Radio- oder Gamma-Daten verborgen liegen. Die Suche ähnelt deshalb weniger einer einzelnen Rechnung als einer großen Rasterfahndung durch Parameter.

Solche Raster lassen sich gut aufteilen. Ein Arbeitspaket deckt einen kleinen Abschnitt ab, andere Rechner prüfen andere Abschnitte. Wenn ein Muster auffällt, reicht das noch nicht für eine Veröffentlichung. Es ist aber genau der Moment, für den die verteilte Suche gebaut wurde: ein kleiner Treffer in sehr viel Datenmaterial, der danach fachlich geprüft werden kann.

Primärquellen

  1. Pulsar Discovery by Global Volunteer Computing
    Science · peer-reviewed-paper · tier-1

Weitere Quellen

  1. Happy 20th birthday, Einstein@Home!
    Max Planck Institute for Gravitational Physics (Albert Einstein Institute) · institutional-announcement · tier-1
  2. Einstein@Home
    Max Planck Institute for Gravitational Physics (Albert Einstein Institute) · institutional-announcement · tier-1